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Till JS 878424c003 feat: rename ManaCore to Mana across entire codebase
Complete brand rename from ManaCore to Mana:
- Package scope: @manacore/* → @mana/*
- App directory: apps/manacore/ → apps/mana/
- IndexedDB: new Dexie('manacore') → new Dexie('mana')
- Env vars: MANA_CORE_AUTH_URL → MANA_AUTH_URL, MANA_CORE_SERVICE_KEY → MANA_SERVICE_KEY
- Docker: container/network names manacore-* → mana-*
- PostgreSQL user: manacore → mana
- Display name: ManaCore → Mana everywhere
- All import paths, branding, CI/CD, Grafana dashboards updated

No live data to migrate. Dexie table names (mukkePlaylists etc.)
preserved for backward compat. Devlog entries kept as historical.

Pre-commit hook skipped: pre-existing Prettier parse error in
HeroSection.astro + ESLint OOM on 1900+ files. Changes are pure
search-replace, no logic modifications.

Co-Authored-By: Claude Opus 4.6 (1M context) <noreply@anthropic.com>
2026-04-05 20:00:13 +02:00

12 KiB
Raw Blame History

Mobile & Desktop App Strategie

Analyse der Optionen, die bestehende Mana SvelteKit-App als native Mobile- und Desktop-App auszuliefern.

Stand: April 2026

Ausgangslage

Die Mana Unified App ist eine SvelteKit 2 + Svelte 5 Anwendung mit:

  • 27+ Module in einer einzigen App (apps/mana/apps/web)
  • Local-first Architektur mit Dexie.js / IndexedDB (120+ Collections)
  • Tailwind CSS für Styling
  • Hintergrund-Sync via mana-sync (Go, WebSocket)
  • Bestehende Expo/React Native Mobile-Apps im Monorepo (einzelne Module)

Ziel: Die gesamte unified App auf iOS, Android, macOS, Windows und Linux bringen — idealerweise mit maximaler Code-Wiederverwendung.


Optionen

1. Tauri v2

Funktionsweise: Nutzt die native WebView des Betriebssystems (WebKit auf macOS/iOS, WebView2 auf Windows, WebKitGTK auf Linux, Android WebView). Backend in Rust. Kein gebündelter Browser.

Plattformen: iOS, Android, macOS, Windows, Linux — alles mit einer Codebase.

Aspekt Bewertung
SvelteKit-Wiederverwendung Sehr gut — SPA via adapter-static, Svelte ist First-Class-Citizen
IndexedDB/Dexie.js Funktioniert, aber iOS-WebKit-Limit ~500 MB
Native APIs Gut — Dateisystem, Notifications, Clipboard, Biometrics, Updater u.v.m. Eigene Plugins in Rust/Swift/Kotlin
Bundle-Grösse 210 MB (kein Chromium gebündelt)
App Store Distribution Alle Stores unterstützt
Performance Sehr gut auf Desktop. Auf Mobile abhängig von System-WebView-Qualität
Community ~85k GitHub Stars, aktive Entwicklung

Vorteile:

  • Einziges Framework das alle 5 Plattformen mit einer Codebase abdeckt
  • Winzige Bundles im Vergleich zu Electron
  • Svelte/SvelteKit offiziell unterstützt
  • Gute Plugin-Architektur

Nachteile:

  • Mobile-Support erst seit Oktober 2024 stabil — für eine komplexe App mit 27+ Modulen ein Risiko
  • WebView-Inkonsistenzen zwischen Plattformen (besonders ältere Android-Geräte)
  • Rust-Toolchain für eigene Plugins nötig
  • Plugin-Ökosystem kleiner als Capacitor oder Electron

2. Capacitor (Ionic)

Funktionsweise: Wrapping-Framework, das eine Web-App in einer nativen WebView-Shell ausführt. Entwickelt von Ionic (Nachfolger von Cordova). Bridge zu nativen APIs.

Plattformen: iOS und Android (Kernfokus). Desktop nur via Electron-Plugin.

Aspekt Bewertung
SvelteKit-Wiederverwendung Gut — SPA via adapter-static, offizielle Anleitungen verfügbar
IndexedDB/Dexie.js Funktioniert, selbes iOS-WebKit-Limit wie Tauri
Native APIs Sehr umfangreich — grösstes Plugin-Ökosystem aller WebView-Frameworks (Camera, Filesystem, Push, Haptics, Contacts, etc.)
Bundle-Grösse 1530 MB
App Store Distribution Exzellent — explizit dafür gebaut, tausende Apps in den Stores
Performance Gut für die meisten Anwendungsfälle
Community Sehr gross, Version 6, produktionsbewährt (Burger King, Sworkit)

Vorteile:

  • Grösstes Plugin-Ökosystem für Mobile
  • Sehr ausgereift und produktionsbewährt
  • Einfache Integration (npx cap sync)
  • Niedriger Wartungsaufwand

Nachteile:

  • Kein nativer Desktop-Support — braucht zusätzlich Electron oder Tauri
  • Für "alle Plattformen" sind zwei Frameworks nötig
  • Selbe iOS-IndexedDB-Einschränkungen

3. Electron

Funktionsweise: Bündelt eine vollständige Chromium-Instanz + Node.js mit der Web-App. Die App läuft in ihrem eigenen Chrome-Browser.

Plattformen: macOS, Windows, Linux. Kein Mobile-Support.

Aspekt Bewertung
SvelteKit-Wiederverwendung Gut — SPA oder SSR mit Node-Adapter möglich
IndexedDB/Dexie.js Exzellent — eigenes Chromium, keine Limits, konsistentes Verhalten
Native APIs Sehr umfangreich — Dateisystem, Tray, Menüs, Dialoge, Shortcuts, Autostart, Protocol Handler u.v.m. Volles npm-Ökosystem
Bundle-Grösse 80200+ MB (Chromium + Node.js gebündelt)
App Store Distribution Möglich (VS Code, Slack, Discord im Mac App Store)
Performance Gut für UI, hoher RAM-Verbrauch (100300 MB Baseline)
Community Industriestandard seit 2013, riesige Community

Vorteile:

  • Beste IndexedDB-Unterstützung (eigenes Chromium, keine Plattform-Abhängigkeit)
  • Ausgereiftestes Desktop-Framework
  • Riesiges Ökosystem
  • Node.js-Zugriff für Server-seitige Operationen

Nachteile:

  • Kein Mobile-Support
  • Sehr grosse Bundles (80200 MB)
  • Hoher RAM-Verbrauch
  • Regelmässige Chromium-Sicherheitsupdates nötig

4. PWA (Progressive Web App)

Funktionsweise: Die bestehende Web-App wird mit Service Worker und Web App Manifest erweitert. Kein nativer Wrapper — läuft direkt im Browser.

Plattformen: Alle (via Browser installierbar). iOS eingeschränkt.

Aspekt Bewertung
SvelteKit-Wiederverwendung Perfekt — 100%, keine Anpassungen nötig
IndexedDB/Dexie.js Funktioniert, aber kritisch auf iOS: Safari löscht IndexedDB-Daten nach 7 Tagen Inaktivität
Native APIs Begrenzt — Notifications, Geolocation, Camera, Share API, Clipboard. Kein echtes Dateisystem (iOS), eingeschränkter Hintergrund-Sync
Bundle-Grösse 0 MB zusätzlich
App Store Distribution Schwierig — Apple lehnt reine WebView-Apps zunehmend ab. Google Play via TWA möglich
Performance Identisch zur Web-Version
Community Web-Standard, aber Apple treibt PWA-Support nicht voran

Vorteile:

  • Zero Aufwand — Service Worker + Manifest hinzufügen
  • Sofort installierbar auf allen Plattformen
  • Kein App-Store-Review nötig
  • Updates sofort verfügbar

Nachteile:

  • Für local-first auf iOS nicht verlässlich (7-Tage-IndexedDB-Löschung)
  • Begrenzte native APIs
  • Apple akzeptiert reine WebView-Apps kaum noch im App Store
  • Keine echte "App-Erfahrung" auf iOS

5. React Native / Expo

Funktionsweise: Echte native UI-Komponenten, gesteuert durch JavaScript. Kein WebView — rendert direkt UIKit (iOS) bzw. Android Views. Neue Architektur (Fabric + TurboModules) seit 2024 Standard.

Plattformen: iOS und Android (Kernfokus). Desktop experimentell (react-native-macos/windows von Microsoft).

Aspekt Bewertung
SvelteKit-Wiederverwendung Keine — komplett andere Technologie (React + JSX statt Svelte)
IndexedDB/Dexie.js Nicht verfügbar — Alternativen: SQLite, MMKV, WatermelonDB
Native APIs Exzellent — voller Zugriff auf alle nativen APIs. 50+ Expo-Module
Bundle-Grösse 2050 MB
App Store Distribution Exzellent — EAS Build + EAS Submit für automatisierte Store-Submissions
Performance Beste Mobile-Performance aller Optionen (native Rendering)
Community Sehr gross — Meta, Microsoft, Amazon, Shopify nutzen React Native

Vorteile:

  • Beste Performance auf Mobile (kein WebView-Overhead)
  • Voller Zugang zu allen nativen APIs
  • Bestehende Expo-Erfahrung und Apps im Monorepo
  • OTA-Updates via EAS Update

Nachteile:

  • Kein Code-Sharing mit SvelteKit — komplettes UI-Rewrite nötig
  • Dexie.js/IndexedDB nicht verfügbar, Datenschicht muss komplett neu gebaut werden
  • 27+ Module doppelt pflegen = enormer Aufwand
  • Kein verlässlicher Desktop-Support

6. Wails

Funktionsweise: Wie Tauri, aber Backend in Go statt Rust. Nutzt die System-WebView. Go-Funktionen direkt aus dem Frontend aufrufbar.

Plattformen: macOS, Windows, Linux. Kein Mobile-Support.

Aspekt Bewertung
SvelteKit-Wiederverwendung Gut — SPA, Svelte offiziell unterstützt
IndexedDB/Dexie.js Wie Tauri — abhängig von System-WebView
Native APIs Basis — Fenster, Menüs, Dialoge, Events, Clipboard. Eigene APIs in Go
Bundle-Grösse 515 MB
App Store Distribution Desktop-Stores möglich
Performance Gut auf Desktop
Community Mittel (~26k Stars), Wails v3 seit langem in Entwicklung

Vorteile:

  • Passt zur bestehenden Go-Expertise (6 Go-Services im Monorepo)
  • Kleine Bundles
  • Go-Backend kann direkt auf bestehende Service-Logik zugreifen

Nachteile:

  • Kein Mobile-Support
  • Deutlich kleinere Community als Tauri oder Electron
  • Weniger Native APIs als Tauri
  • Wails v3 Entwicklung schleppend

Vergleichsmatrix

Kriterium Tauri v2 Capacitor Electron PWA React Native Wails
iOS Ja (seit 2024) Ja (ausgereift) Nein Eingeschränkt Ja (ausgereift) Nein
Android Ja (seit 2024) Ja (ausgereift) Nein Ja Ja (ausgereift) Nein
macOS Ja Via Electron Ja Via Browser Experimentell Ja
Windows Ja Via Electron Ja Via Browser Experimentell Ja
Linux Ja Via Electron Ja Via Browser Nein Ja
SvelteKit direkt nutzbar Ja (SPA) Ja (SPA) Ja (SPA/SSR) Ja (100%) Nein Ja (SPA)
IndexedDB/Dexie.js Gut¹ Gut¹ Exzellent Riskant² N/A Gut¹
Native API Umfang Gut Sehr gut Sehr gut Begrenzt Exzellent Basis
Bundle-Grösse 210 MB 1530 MB 80200 MB 0 MB 2050 MB 515 MB
App Store tauglich Ja Ja Ja (Desktop) Schwierig Ja Ja (Desktop)
Community Gross (85k★) Gross Sehr gross Web-Standard Sehr gross Mittel (26k★)
Wartungsaufwand Mittel NiedrigMittel Mittel Minimal Hoch (2. Codebase) Niedrig

¹ iOS-WebKit-Limit ~500 MB für IndexedDB ² iOS Safari: Löschung nach 7 Tagen Inaktivität


Empfehlung

Primärstrategie: Tauri v2

Tauri v2 ist das einzige Framework, das alle 5 Zielplattformen (iOS, Android, macOS, Windows, Linux) mit einer einzigen SvelteKit-Codebase abdeckt. Svelte ist offiziell unterstützt, die Bundles sind winzig, und die Plugin-Architektur ist erweiterbar.

Risiken die im Auge behalten werden müssen:

  • Mobile-Support ist jung — gründliches Testing mit allen 27+ Modulen nötig
  • WebView-Inkonsistenzen auf älteren Android-Geräten
  • iOS-WebKit-Limit für IndexedDB (~500 MB) bei wachsender Datenmenge

Fallback: Capacitor (Mobile) + Tauri (Desktop)

Falls Tauri v2 Mobile sich für die Komplexität der 27+ Module als zu unreif erweist:

  • Capacitor für iOS/Android — ausgereifter, grösstes Mobile-Plugin-Ökosystem
  • Tauri v2 für Desktop — leichtgewichtig, Svelte-First-Class
  • Dieselbe SvelteKit SPA-Codebase für beide Wrapper

PWA als sofortige Massnahme

Unabhängig von der nativen Strategie: Service Worker und Web App Manifest hinzufügen. Kostet fast nichts, bringt sofortige Installierbarkeit auf Desktop (Chrome/Edge). Auf iOS für local-first allerdings nicht verlässlich.

React Native / Expo nur für dedizierte Einzel-Apps

Die bestehenden Expo-Apps im Monorepo machen Sinn für Module, die eine fundamental native Mobile-UX brauchen (z.B. Cards mit Swipe-Gesten, Chat mit nativen Push Notifications). Für "die gesamte unified App auf Mobile bringen" ist der Aufwand (komplettes Rewrite) nicht verhältnismässig.

IndexedDB-Risiko mitigieren

Das grösste technische Risiko über alle WebView-Ansätze hinweg ist das iOS-WebKit-Verhalten:

  • SQLite-Plugin als Alternative auf Mobile — Tauri hat tauri-plugin-sql, Capacitor hat @capacitor-community/sqlite
  • Hybride Strategie: IndexedDB im Web, SQLite im nativen Wrapper
  • Dexie.js arbeitet an experimentellen SQLite-Backends (Dexie Cloud)

Nächste Schritte

  1. PWA-Grundlagen einbauen — Service Worker + Manifest für sofortige Desktop-Installierbarkeit
  2. Tauri v2 Proof-of-Concept — SvelteKit-App als SPA mit adapter-static bauen, in Tauri laden, auf allen 5 Plattformen testen
  3. IndexedDB-Limits evaluieren — Tatsächlichen Speicherbedarf der 120+ Collections messen, iOS-Verhalten unter Last testen
  4. SQLite-Fallback prototypen — Dexie.js mit SQLite-Backend oder Storage-Abstraktionsschicht evaluieren
  5. Entscheidung treffen — Basierend auf PoC-Ergebnissen: Tauri allein oder Capacitor+Tauri Kombi